Wehrlein und
Di Resta komplettieren das Podium
Nervenstark und unheimlich schnell: Jamie Green (Audi) dominierte
das erste Rennen am Hockenheimring und fuhr in beeindruckender Manier einen
Start-Ziel-Sieg heraus. In einem turbulenten Lauf ließ der Audi-Pilot zu keiner
Zeit Zweifel an seinem Sieg aufkommen. Mercedes-Benz-Pilot Pascal Wehrlein, von
Platz zwei gestartet, behauptete diesen Rang nach spannendem Duell mit
Markenkollege Paul di Resta, der Dritter wurde.
Der 40-minütige erste Lauf der DTM-Saison 2015 bot Renn-Action
pur. Allein acht Fahrer mussten der harten Gangart auf der Strecke Tribut
zollen und schieden aus. Von der ersten Runde an wurde um jede Position mit
harten Bandagen gekämpft. Die schillernde Ausnahme: Sieger Jamie Green. „Ich
bin gar nicht überrascht, dass es heute so gut geklappt hat. Mein Team ist
dasselbe, wie in der letzten Saison“, sagte Green. „Auch da war ich schon
schnell, hatte aber viel Pech. Das war heute eben nicht so.“ Der Pole-Mann
erwischte einen Superstart und hatte sich bereits nach der ersten Kurve einen
deutlichen Abstand zum Rest des Feldes verschafft. Auch zwei Safetycar-Phasen
zur Mitte des Rennens brachten den Briten nicht aus der Ruhe. Kurz nach den
Re-Starts hatte der Brite den alten Abstand wieder hergestellt und passierte
nach 26 Runden als souveräner Sieger die Ziellinie. „Alles ist gut. Ich liebe
es Rennen zu fahren. Das neue Reglement gibt mir dazu die Möglichkeit.“
Eng und verbissen wurde hingegen der Kampf um den zweiten Rang
geführt. Paul Di Resta katapultierte sich beim Start von Platz fünf auf drei
und stürmte nach drei Runden auch an Pascal Wehrlein vorbei, der vom zweiten
Platz ins Rennen gestartet war. „Das war wirklich ein sehr guter Start. Ich
hatte gleich Kontakt zu Pascal und konnte ihn dann ja auch überholen. Leider
haben am Ende meine Bremsen stark nachgelassen“, sagte Di Resta, der sich
letztlich nicht gegen den Deutschen behaupten konnte. Drei Runden vor dem Ende
schlug Wehrlein in der Spitzkehre zurück, überholte seinen Markenkollegen und
hielt den zweiten Rang bis zur Zielfahne. „Gegen Ende des Rennens waren meine
Reifen noch gut. Ich wusste, dass ich schnell bin und habe diesen Vorteil
genutzt“, sagte Wehrlein. Unterm Strich waren beide Mercedes-Benz-Fahrer mit
ihren Platzierungen mehr als zufrieden. Di Resta: „Wir haben über den Winter
viel gearbeitet und viel optimiert. Aber, man weiß ja trotzdem nie genau, wo
man wirklich steht. Es ist schon eine echte Erleichterung zu sehen, was mit
unseren Autos wieder möglich ist.“
Alles andere als zufrieden dürfte BMW mit dem ersten Renntag am
Hockenheimring sein. Geschlossen beendeten die Münchener das erste Rennen auf
den Plätzen sieben bis elf. Bester Fahrer wurde der Maxime Martin. Der Belgier
konnte vom elften Startplatz bis auf Rang sieben vorfahren.. Für Aufregung und
Ärger sorgte zudem Martin Tomczyk. Der Rosenheimer drehte sich mit seinem BMW
M4 DTM in der Spitzkehre und beförderte damit nicht nur sich selbst, sondern
auch die Merdes-Benz-Fahrer Lucas Auer und Garry Paffett aus dem Rennen. Letzterer
machte sich nach seinem Ausfall Luft: „Das war eine absolut unnötige Aktion von
Martin.“
Viel Pech für Augusto Farfus: Nachdem der Brasilianer im
Qualifying einen hervorragenden dritten Startplatz herausfuhr, fand er sich in
der Startaufstellung zum Auftaktrennen dennoch in der letzten Reihe wieder. In
seinem Tank befand sich am Ende der Zeitenjagd weniger als die vorgeschriebene
Mindestspritmenge von 500 Gramm, was zu seiner Rückversetzung führte. Im Rennen
gab sich Farfus dann kämpferisch und arbeitete sich bis auf den zehnten Rang
vor.
Der hoffnungsvoll gestartete Audi-Pilot Mattias Ekström musste
nach einer Kollision mit seinem Markenkollegen Adrien Tambay zum unplanmäßigen
Reifenwechsel an die Box und beendete das Rennen außerhalb der Punkte auf dem zwölften
Platz. Nach einem Dreher von Antonio Félix da Costa in der ersten Runde war das
Rennen bereits früh für Robert Wickens und Timo Scheider gelaufen. Scheider
klagte über Schmerzen im Handgelenk, ließ sich vom Arzt untersuchen und gab
dann Entwarnung: „Es tut schon sehr weh, aber gebrochen ist wohl nichts. Das
morgige Rennen dürfte nicht in Gefahr sein.“
Alles in allem hat das erste
Rennen der DTM-Saison 2015 das gehalten, was sich Fans und Veranstalter vom
neuen Reglement versprochen haben. Ob Jamie Greens Dominanz Bestand haben wird,
zeigt der Sonntag. Um 13.43 Uhr kämpfen die Fahrer im zweiten Rennen des
Wochenendes erneut um Punkte.
Quelle: DTM



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