Stuttgart. Beim Sechsstundenrennen auf dem Circuit de
Spa-Francorchamps geht das Porsche Team Manthey am 2. Mai mit geänderten Fahrerbesetzungen
an den Start. Im 470 PS starken Porsche 911 RSR mit der Startnummer 92 nehmen
die Porsche-Werksfahrer Frédéric Makowiecki (Frankreich) und Richard Lietz
(Österreich) das zweite Saisonrennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC in
Angriff. Den zweiten 911 RSR (Startnummer 91) teilen sich Porsche-Junior Sven
Müller (Bingen) und Kévin Estre (Frankreich). Auf dem anspruchsvollen
Ardennenkurs feiern sie ihre Rennpremiere im schnellsten Neunelfer aller
Zeiten.
Die Fahrerpaarungen für Spa-Francorchamps wurden neu zusammengesetzt, da in
Laguna Seca/USA zeitgleich ein Lauf der Tudor United SportsCar Championship
ausgetragen wird. Dort sind für das Team Porsche North America die
Porsche-Werksfahrer Michael Christensen (Dänemark) und Patrick Pilet (Frankreich)
mit dem 911 RSR im Einsatz. Normalerweise fahren sie als Teamkollegen von
Richard Lietz und Frédéric Makowiecki für das Porsche Team Manthey in der WEC.
In Laguna Seca vertreten sie ihre GT-Werksfahrerkollegen Earl Bamber
(Neuseeland) und Nick Tandy (Großbritannien), die in Spa und bei den 24 Stunden
von Le Mans für das Porsche Team zusammen mit Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg
den dritten Porsche 919 Hybrid steuern.
„Zwei wichtige Rennen auf zwei Kontinenten an einem Wochenende sind eine
Ausnahmesituation, auf die wir bei der Besetzung der Cockpits flexibel
reagieren müssen. Glücklicherweise verfügen wir aus unseren Markenpokalen über
gut ausgebildete Rennfahrer, von denen wir überzeugt sind und auf die wir in
solchen Fällen zurückgreifen können“, sagt Porsche-Motorsportchef Dr.
Frank-Steffen Walliser. „Sven Müller hat sich die Chance, im 911 RSR gegen die
besten Sportwagenpiloten der Welt anzutreten, mit überzeugenden Leistungen
verdient. Seine positive Entwicklung ist nicht nur ein weiterer Beleg für den
Erfolg des Porsche-Nachwuchsförderkonzepts. Sie unterstreicht auch die
Bedeutung der Porsche-Markenpokale als Karrieresprungbrett für junge
Rennfahrer. Sein Beispiel zeigt einmal mehr: Wer richtig schnell ist, dem
stehen bei Porsche alle Türen offen.“
„Für mich geht ein Traum in Erfüllung“, sagt Sven Müller, der im Vorjahr bester
Neueinsteiger im Porsche Carrera Cup Deutschland war und im Porsche Mobil 1
Supercup das Rennen in Monza gewann. „Als ich den 911 RSR vor der Saison in Le
Castellet zum ersten Mal fahren durfte, war ich schon aufgeregt. Doch das hat
sich schnell gelegt. Das Porsche Team Manthey hat mich toll aufgenommen. Meine
ersten Runden mit dem 911 RSR waren ein fantastisches Erlebnis und eine
wichtige Erfahrung. Jetzt freue ich mich auf das Rennen in Spa.“
Auch Kévin Estre sammelte seine wichtigsten Motorsporterfahrungen in den
Porsche-Markenpokalen. 2011 gewann er den Carrera Cup France und wurde bester
Rookie im Porsche Mobil 1 Supercup. 2013 holte er den Gesamtsieg im Carrera Cup
Deutschland. „Die Porsche-Markenpokale haben mir den Weg zum Profirennfahrer
geebnet“, sagt der Franzose, der in Langenfeld lebt. „Ich freue mich deshalb
sehr, dass mir das Porsche Team Manthey für das WEC-Rennen in Spa einen 911 RSR
anvertraut. Mein Ziel ist es, die Stammpiloten gut zu vertreten und für Porsche
auf dieser tollen Rennstrecke möglichst viele Meisterschaftspunkte zu holen.“
Die Porsche-Fahrer
Neben Sven Müller und Kévin Estre im 911 RSR mit der Startnummer 91 sind für
das Porsche Team Manthey in Spa die Werksfahrer Frédéric Makowiecki
(Frankreich) und Richard Lietz (Österreich) in der Klasse GTE-Pro im Einsatz.
Sie teilen sich den 911 RSR mit der Startnummer 92. In der Klasse GTE-Am ist
der US-Schauspieler und Rennfahrer Patrick Dempsey zusammen mit
Porsche-Werksfahrer Patrick Long (USA) und Marco Seefried (Wildschönau) im 911
RSR des Kundenteams Dempsey Proton Racing am Start. Das Kundenteam Abu Dhabi
Proton Racing setzt einen 911 RSR für Christian Ried (Schönebürg), Khaled Al
Qubaisi (Abu Dhabi) sowie den ehemaligen Porsche-Junior Klaus Bachler
(Österreich) ein. In dieser Klasse sind nur Fahrzeuge startberechtigt, die dem
Homologationsstand der GTE-Pro-Autos des Vorjahres entsprechen.
Der Porsche 911 RSR
Der Porsche 911 RSR basiert auf der siebten Generation der Sportwagenikone 911.
Die bei seiner Entwicklung und den Renneinsätzen gewonnenen Erkenntnisse
fließen auch in die Konstruktion zukünftiger 911er-Generationen ein. In seiner
ersten Saison 2013 feierte der Erfolgsrenner aus Weissach, dessen
Sechszylinder-Boxermotor im Heck bei 3996 cm3 Hubraum 345 kW (470 PS) leistet,
einen grandiosen Doppelsieg bei den 24 Stunden von Le Mans. Im Vorjahr gewann
er mit den 24 Stunden von Daytona, den 12 Stunden von Sebring und dem Petit Le
Mans die drei prestigeträchtigsten Langstreckenrennen in den USA sowie die
WEC-Läufe in Silverstone und Shanghai. Für die Saison 2015 wurde der 911 RSR,
der sich durch konsequenten Leichtbau sowie eine ausgefeilte Aerodynamik
auszeichnet, in verschiedenen Details überarbeitet. So sorgen eine modifizierte
Aerodynamik im Frontbereich und eine angepasste Fahrwerkskinematik für eine
ausgeglichene Balance und bessere Beherrschbarkeit im Grenzbereich.
Die Zeiten
Das Sechsstundenrennen in Spa-Francorchamps startet am Samstag, 2. Mai, um
14.30 Uhr MESZ. Der TV-Sender Eurosport überträgt ab 19.30 Uhr die letzte
Rennstunde live.
Weitere Stimmen vor dem Rennen
Marco Ujhasi, Gesamtprojektleiter GT Werksmotorsport: „Auf dieser
anspruchsvollen Strecke ist die Abstimmung des Autos von ganz besonderer
Bedeutung. Wer den besten Kompromiss findet und es schafft, den
Reifenverschleiß entsprechend zu minimieren, hat einen möglicherweise
entscheidenden Vorteil. Sven Müller ist ein junger, aber hervorragend
ausgebildeter Rennfahrer. Er hat sich schon beim Prolog in Le Castellet gut in
das Team eingefunden. Unsere Routiniers werden ihn bei der Abstimmungsarbeit
unterstützen und ihm helfen, sich mit dem 911 RSR auch auf dieser schwierigen
Strecke möglichst schnell zurecht zu finden. Mit Kévin Estre hat er darüber
hinaus einen erfahrenen Teamkollegen an seiner Seite.“
Frédéric Makowiecki (Porsche 911 RSR #92): „Spa ist immer ein Höhepunkt im
Kalender. Eine fantastische Rennstrecke, nicht nur wegen Eau Rouge. In Spa muss
man immer davon ausgehen, dass es im Verlauf des Wochenendes auch mal regnen
wird. Das macht es noch interessanter und noch spannender.“
Richard Lietz (Porsche 911 RSR #92): „Letztes Jahr bin ich in Spa nicht
gefahren. Ich werde deshalb eine oder zwei Runden benötigen, um mich wieder auf
diese tolle Rennstrecke einzuschießen. Spa ist ganz klar einer meiner
Lieblingskurse, sehr lang und sehr anspruchsvoll – eine echte Fahrerstrecke.
Ich freue mich darauf.“
Die Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC
In der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC (World Endurance Championship) starten
Sportprototypen und GT-Fahrzeuge in vier Klassen: LMP1 (z.B. Porsche 919
Hybrid), LMP2, LMGTE-Pro (z.B. 911 RSR) und LMGTE-Am (z.B. 911 RSR auf
Homologationsstand 2014). Sie fahren gemeinsam in einem Rennen, werden aber getrennt
gewertet.
Quelle: Porsche Motorsport















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