Der Motorrennsport, in welcher Form auch immer, hat schon seit der Erfindung des Autos die Zuschauer in seinen Bann gezogen. Doch mit jedem Rennen, mit jeder Saison gab es neue Erkenntnisse auf technischem Gebiet. Neues entstand, Altes verschwand.
Nun war ja „Altes“ nicht etwa uninteressant. Dort ruhte das ganze bisherige Ingenieurwissen vergangener Epochen. Dort rosteten sie hin, die Legenden vergangener Positionskämpfe.
Viele Fahrer mussten ihre Liebe zum Motorsport mit dem Leben bezahlen. Viele Rennfahrzeuge gingen den Weg allen Alteisens. Aber die Legenden waren all gegenwärtig.
Gott sei Dank gab und gibt es eine Reihe motorsportbegeisterter Menschen, die sich zur Freude, unter größtem persönlichen Einsatz, manchmal mit den letzten Pfennig, solch ein Schätzchen erwerben konnten, um es nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Und es wurden Ihrer immer mehr. Wir haben die Ehre, uns dazu zählen zu können. Das, was man nur vom Hörensagen kannte, die alten Rennmotoren, mit dem Klang einer Sandstein schneidenden Kreissäge, die sind wieder da. Man kann sie hören, sie sehen, sie genießen. Doch das kostet Arbeit, Kraft, Wissen, Verständnis und letztendlich viel Geld. Wir haben es uns zu Aufgabe gemacht diese wertvolle historische Technik zu erhalten zu restaurieren, und vor zu führen. Nun ist es aber so, dass das Interesse, einen Rennoldtimer zu besitzen, größer als das Angebot ist. Also baut man sich selbst ein„historisches“ Fahrzeug. Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Absolute Könner bauen sich eine Replika. So original, dass sogar die Luft im Reifen original ist.
Das ist eine große fachliche Leistung, die nur einige wenige absolute Spitzenkönner beherrschen Wer das versuchen will, sollte auch die Stärke haben, zu sagen: das ist ein „Typ … -Replika.
Wer das kann, ist ein fairer Sportler, ein sogenannter Goldfinger und kann mit Recht stolz auf seine Arbeit sein. Andererseits ist er eben nur ein einfacher Schwindler.
Dann gibt es da die sogenannten „Auch Rennfahrzeuge“. Das sind dann jene X-beliebigen seriennahen Fahrzeuge, welche man irgendwo aufgetrieben hatte und nun Lampe ab, Auspuff ab und Startnummernschilder dran.
Sowas ist einfach nur hässlich und unerhört laut. Was ist da „historisch“ oder „Renn“? Dort sollte kein Fahrzeugpass ausgestellt werden. Solchen Sportfreunden sollten wir unsere Hilfe anbieten, um ihnen den richtigen Weg zum Einstieg in den historischen Motorsport zu zeigen. Also sollten wir mehr auf Originalität achten und es sollten sich diese Bemühungen auch in der Wertung in Bonuspunkten nieder schlagen. Bonuspunkte auf Originalität und Baujahr. (Eintragung im Fahrzeugpass und Übertrag in die Nennliste).
Wir sollten auch im Vorfeld gewissenhaft prüfen, ob wir unbedingt Alles fahren lassen sollten. Nach dem Motto: Mehr Nennungen, mehr Einnahmen. Eine gute Veranstaltung besticht durch Qualität und nicht durch Quantität. Der eine oder der andere unverstandene „Weltmeister“ wird bestimmt hysterisch reagieren. Aber Historisch geht nun mal vor hysterisch.
Nun zu den Veranstaltungen. Wir sind, denke ich, eine große Motorsportfamilie. Das ist ein tolles Gefühl. Aber Einige in dieser Familie wollen ihr eigenes ICH besser belichtet wissen. Das geht aber immer auf Kosten aller Anderen.
Unsere Vorschläge:
1.-Frei herumlaufende Hunde sollten in allen Fahrerlagern tabu sein. Gut erzogene Hunde gehen ohne weiteres an der Leine.
2.-Keine rasenden Kindermopeds. Auch hier setzt sich der irrige Glaube fest: Schnell und gut ist nur, was laut ist. Und unsere lieben Kleinen werden einfach nicht müde. Ich denke, da geht der Ehrgeiz der Eltern in die falsche Richtung. Und das Fahrerlager mit hochkarätigen Fahrzeugen ist da der denkbar schlechteste Übungsplatz.
3.-Ausuferndes Besäufnis mit dem dazugehörigen Lärmpegel bis in die späte Nacht (Nachtruhe ab 22 Uhr) sollte unweigerlich und gezielt eine Alkoholprobe nach sich ziehen. Unterlassungen trotz Wissen, ist eine strafbare Handlung.
4.-Um das Alles überwachen zu können brauchen wir auch nachts einen erreichbaren Ansprechpartner des Fahrerlagerobmanns mit Weisungsberechtigung.
5.-Lasst endlich die unsportliche eigene elektronische Zeitmessung. Früher oder später kommt man euch auf die Schliche. Das ist kein Kavaliersdelikt. Wer es immer mit Null oder tausendstel Abweichungen schafft, kann nicht ehrlich sein.
Es gibt schöne, seltene und interessante alte bis uralte Rennfahrzeuge bei uns. Aber auf Grund unvernünftiger Veranstaltungskonzepte und mangelnder Kontrolle lassen ihre Besitzer diese Schätzchen lieber stehen. Also,Verbesserungen können wir nur gemeinsam erreichen. Packen wir es an.
Euer Wolfgang Klix, Historischer Motorrennsport Dresden
zum Autor:
Klix,Wolfgang ,Baujahr 1940 arbeitete bis zur Rente bei der Deutschen Reichsbahn. . Serviceschlosser Diesel.-u. E-Lokbereich (Barkas-Werkstattwagen)
Oldtimer-Motorsport seit 1965. Zweimaliger DDR-Bester Oldtimerrallye auf DKW 500 ccm Wassergekühlt. Später Start bei Bergrennen in der Klasse bis 50 ccm auf Simson-Eigenbau.
Danach Historische Rennmaschinen MZ 125,Horex 350-Königswelle,
NSU Doppelnocke, 250 ccm Bischoff MZ, Umstieg auf Formel Junior-Wartburg-Eigenbau, Melkus-Typ64. 1990-1995 VFV techn. Kommissar.
Gastspiele als Streckensprecher und Sprecher bei der Sachsen-Classic.
Total bekloppt, aber ganz brauchbar.
Quelle/Fotos: Wolfgang Klix
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